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KI und die Erfassung von Wareneingangsbelegen im Lagersystem

Die Frage kurz beantwortet

Größtenteils ja, mit einer technischen Voraussetzung. Das Erfassen von empfangenen Mengen und Chargendaten nach physischer Kontrolle ist eine Aufgabe, die sich gut für die Übernahme durch Software eignet, und zwar konkret durch RPA: robotic process automation, die strukturierte Daten zwischen Systemen übernimmt. Es ist keine Aufgabe für generative KI, die freien Text interpretiert; es ist eine Aufgabe für Skripte, die feste Felder anhand eines Scans oder einer Eingabe ausfüllen. Diese Unterscheidung ist hier wichtig, denn sie bestimmt auch, warum die Übernahme nicht überall gleich schnell verläuft.

Warum sich diese Aufgabe gut übernehmen lässt

Drei Achsen geben den Ausschlag: Strukturiertheit, Volumen und physischer Charakter.

Die Aufgabe ist stark strukturiert. Es kommt eine feste Anzahl an Feldern herein: Artikelcode, Menge, Chargennummer, Lieferant, Datum. Keine freie Interpretation nötig, kein Text, der erst verstanden werden muss. Das ist ein großer Unterschied zu Arbeit, bei der eine Beurteilung erforderlich ist, wie die Zuweisung von Lagerplätzen, bei der verfügbarer Raum, Umschlaggeschwindigkeit und physische Beschränkungen des Lagers berücksichtigt werden.

Das Volumen ist hoch: Bei einem Unternehmen mit täglichen Lieferungen geht es um zehn bis hunderte Erfassungen pro Woche, alle nach demselben Muster. Hohes Volumen mit geringer Variation ist genau der Bereich, in dem sich Automatisierung auszahlt.

Das physische Element beschränkt sich auf die Kontrolle selbst: Jemand zählt die Kartons, prüft, ob es mit dem Lieferschein übereinstimmt, und erst danach wird erfasst. Dieser physische Teil bleibt Handarbeit oder wird durch Scanning unterstützt, aber die anschließende Erfassung ist eine Frage der Datenübertragung. Das ist eine andere Art physischer Arbeit als das Kommissionieren und Verpacken von Waren, bei dem die physische Handlung selbst den Kern der Aufgabe bildet und nicht nur die Verwaltung darum herum.

Wo die Grenzen liegen

Drei Achsen verhindern hier eine vollständige, blinde Automatisierung: Kreativität, Beurteilungsspielraum und Fehlerkosten.

Kreativität schneidet niedrig ab, und das ist hier gerade ein Vorteil: Es gibt nichts zu erfinden, nur zu erfassen. Der Beurteilungsspielraum ist durchschnittlich: Bei einer Abweichung, zum Beispiel einer Menge, die nicht mit dem Lieferschein übereinstimmt, oder einer Chargennummer, die nicht lesbar ist, muss jemand entscheiden, was geschieht. RPA erfasst, was vorliegt; es entscheidet nicht über einen Streitfall mit dem Lieferanten. Die Fehlerkosten sind ebenfalls durchschnittlich: Eine falsch erfasste Menge führt zu einer Bestandsabweichung, die sich später in der Kette rächt, zum Beispiel beim Überwachen von Bestandsniveaus oder beim automatischen Platzieren einer Bestellung bei einem Lieferanten auf Basis eines Bestandsstands, der nicht korrekt ist. Deshalb bleibt Kontrolle mit menschlichem Toezicht hier angebracht: Das System erfasst, ein Mensch genehmigt oder lehnt bei Abweichungen ab.

Die Voraussetzung, die alles bestimmt

Diese Aufgabe ohne Barcode-Scanning oder RFID zu übernehmen, ist in der Praxis kaum mehr als die Verlagerung von Handarbeit von Papier auf Bildschirm. Der Gewinn liegt in der Kopplung: ein Scan, der automatisch den richtigen Artikel erkennt, gekoppelt an ein WMS, das seinerseits an das ERP weitergibt. Ohne diese Kopplung muss jemand weiterhin manuell abtippen, und dann hat sich an der eigentlichen Arbeit wenig geändert.

Bei einem Unternehmen ohne Scanning, mit einem losen WMS und ERP, die nicht miteinander kommunizieren, liegt die Sache also anders als hier beschrieben. Die Aufgabe bleibt dann größtenteils Handarbeit, nicht weil die Aufgabe selbst ungeeignet ist, sondern weil die Infrastruktur fehlt. Umgekehrt gilt: Je weiter Scanning und Systemkopplung bereits fortgeschritten sind, desto größer ist der Anteil dieser Aufgabe, der heute schon ohne menschliches Eingreifen abläuft.

Was sich jetzt schon verschiebt

In Unternehmen, in denen Scanning und Kopplung in Ordnung sind, hat sich diese Aufgabe oft schon größtenteils vom Eingeben zum Kontrollieren verschoben. Der Mitarbeiter zählt, scannt und prüft das Ergebnis; das Abtippen ist verschwunden. In Unternehmen ohne diese Infrastruktur ist das noch nicht geschehen, und dort bleibt die Arbeit, wie sie war. Dieser Unterschied liegt nicht in der Art der Arbeit, die überall gleich ist, sondern in dem Maß, in dem die zugrunde liegenden Systeme darauf ausgelegt sind, Daten ohne Zwischenschritt weiterzugeben.

Diese Verschiebung steht nicht losgelöst vom Rest des Lagers. Wareneingangserfassung ist oft das erste Glied in einer Kette, die weiter über die Produktionserfassung auf der Fläche bis hin zu Bestandsverwaltung und Einkauf verläuft. Wer an einem dieser Punkte mit der Automatisierung beginnt, stellt oft fest, dass die anderen Glieder dasselbe verlangen. Ein breiteres Bild davon, wo dies in der verarbeitenden Industrie eine Rolle spielt, findet sich unter was KI in der verarbeitenden Industrie übernehmen kann.

Was dies nicht ist

Dies ist kein Personalratschlag und keine Begründung für eine Personalentscheidung. Ob und wie eine Organisation die Arbeit anders einteilt, liegt bei der Organisation selbst; dafür gelten eigene gesetzliche Anforderungen. Was hier steht, ist eine Beschreibung der Aufgabe und der Voraussetzungen, unter denen Software einen Teil davon übernehmen kann.

Was Sie jetzt tun können

Ob dies für Ihr Unternehmen relevant ist, hängt davon ab, was bereits an Scanning und Systemkopplung vorhanden ist, und davon, wie viele Wareneingänge pro Woche durch die Organisation gehen. Einen Hinweis darauf gibt der kostenlose Quickscan: zwölf Fragen, ohne Konto, mit dem Ergebnis, welcher Anteil der Stunden in Ihrem Profil heute durch KI übernehmbar ist. Der vollständige Werkscan, der die Arbeit eines Unternehmens pro Aufgabe auf allen acht Achsen bewertet, befindet sich noch im Aufbau.

KIPPde assistent van de werkscan

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