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KI und die Prüfung von Kunden gegen Sanktionslisten

Die kurze Schlussfolgerung

Das Screening von Kunden und Partnern gegen Sanktions- und PEP-Listen fällt in die Kategorie teilweise: KI kann den Abgleich durchführen, aber ein Mensch beurteilt jeden Treffer und billigt oder verwirft ihn, mit Begründung. Dies ist keine Aufgabe, die Sie an KI übergeben und dann loslassen. Es ist eine Aufgabe, bei der KI die Recherche beschleunigt und der Mensch die Entscheidung trifft.

Warum diese Aufgabe nicht vollständig übergeht

Drei Faktoren bestimmen hier das Ergebnis: Compliance, Fehlerkosten und Volumen. Letzteres, das Volumen, ist gerade günstig für Automatisierung: Viele Unternehmen screenen Hunderte bis Tausende von Beziehungen, oft wiederholt bei jeder Transaktion oder periodischen Neubeurteilung. Das ist genau die Art von wiederholbarer, strukturierter Arbeit, in der KI gut ist — daher auch die Bewertung 4 bei Strukturiertheit.

Aber Compliance und Fehlerkosten erhalten beide eine 1, und die ziehen das Ergebnis in Richtung 'teilweise'. Sanktionsgesetzgebung (wie das Sanktionsgesetz 1977, EU-Verordnungen und das niederländische Geldwäschegesetz Wwft) ist zwingendes Recht. Ein Falsch-Negativ — ein Treffer, der nicht als Treffer erkannt wird — kann bedeuten, dass ein Unternehmen mit einer sanktionierten Partei Geschäfte macht. Die Fehlerkosten sind dann nicht symbolisch: Es geht um Bußgelder, strafrechtliche Haftung und Reputationsschäden. Ein Falsch-Positiv kostet Zeit und Ärger, ist aber wiedergutzumachen. Diese Asymmetrie ist genau der Grund, warum Aufsichtsbehörden erwarten, dass ein Mensch die endgültige Beurteilung vornimmt, nicht ein Algorithmus.

Hinzu kommt der Beurteilungsspielraum: eine Bewertung von 2. Namen abzugleichen ist technisch einfach, aber einen Treffer zu beurteilen — ist 'Mohammed Al-Rashid' aus Ihrem CRM dieselbe Person wie der gleichnamige Eintrag auf der EU-Sanktionsliste, oder ein zufälliger Namensvetter? — erfordert Kontext, Quelldokumente und manchmal Nachfragen. Das ist Menschenarbeit, und das bleibt sie auch, wenn die Tools besser werden.

Ein Beispiel

Ein Großhändler trägt einen neuen Lieferanten in das CRM ein. Das Screening-Tool gleicht den Firmennamen und den Namen des Geschäftsführers automatisch mit den aktuellen EU-, OFAC- und nationalen Sanktionslisten ab. Es gibt einen Treffer: Ein Geschäftsführer mit einem ähnlichen Namen steht auf einer PEP-Liste (politically exposed person). Das bedeutet nicht automatisch ein Problem — PEP-Status ist ein Risikoindikator, kein Verbot — aber ein Compliance-Officer muss dies untersuchen: Handelt es sich um dieselbe Person, und wenn ja, welche verschärfte Kontrolle ist dann nötig? Diese Beurteilung, mit Begründung, ist der Teil, der Menschenarbeit bleibt.

Wann liegt dies anders

Bei einem Unternehmen mit wenigen internationalen Beziehungen und einem niedrigen Risikoprofil — denken Sie an einen lokalen Dienstleister, der fast ausschließlich mit bekannten, inländischen Kunden arbeitet — ist das Volumen an Screenings so gering, dass Automatisierung wenig bringt. Dort kann manuelle Kontrolle genauso gut funktionieren, ohne dass ein automatisiertes Tool einen Mehrwert bietet.

Umgekehrt gilt: Bei einem Finanzinstitut, einem Handelsunternehmen mit vielen grenzüberschreitenden Beziehungen oder einem Unternehmen, das unter verschärfter Aufsicht steht, ist das Volumen so hoch und die Verpflichtung so strikt, dass manuelles Screening ohne KI-Unterstützung kaum noch machbar ist. Dort ist ein Screening-Tool mit aktuellen Listen kein Luxus, sondern praktisch eine Notwendigkeit — mit der Einschränkung, dass die Beurteilung der Treffer Menschenarbeit bleibt.

Dieses Muster — hohes Volumen, hohe Fehlerkosten, strikte Regulierung — kommt breiter vor. Vergleichen Sie es mit was kann KI im Großhandel übernehmen, wo internationaler Handel vergleichbare Compliance-Fragen aufwirft, oder mit dem Gesundheitssektor, siehe was kann KI im Gesundheitswesen übernehmen, wo Patientensicherheit dieselbe asymmetrische Fehlerkostenstruktur mit sich bringt.

Was KI heute bereits kann

Ein KI-Agent kann heutzutage: neue und bestehende Beziehungen automatisch mit aktuellen Sanktions- und PEP-Listen abgleichen, Fuzzy-Matching auf Namensvarianten und Transliterationen anwenden, priorisieren, welche Treffer am wahrscheinlichsten relevant sind, und eine Akte mit Quelldokumenten für den Beurteiler bereitstellen. Das erspart erheblich Rechercheaufwand.

Die Rahmenbedingungen sind dabei: Die verknüpften Sanktionslisten müssen aktuell sein — Listen ändern sich regelmäßig, manchmal kurzfristig — und jeder Treffer wird manuell von jemandem mit Befugnis und Kenntnis beurteilt, um ihn zu billigen oder zu verwerfen, mit festgehaltener Begründung. Ohne diese beiden Rahmenbedingungen ist es kein compliant-fähiger Prozess.

Keine Personalberatung

Diese Seite beschreibt eine Aufgabe, keine Funktion oder ein Team. Ob und wie Sie die freigewordene Zeit eines Compliance-Officers oder Risikomanagers anders einsetzen, ist eine Entscheidung, die beim Arbeitgeber liegt. Für Entscheidungen, die den Personalbestand betreffen, gelten eigene gesetzliche Anforderungen, die diese Seite nicht abdeckt.

Was Sie jetzt tun können

Möchten Sie wissen, wie viele der Stunden in Ihrer Funktion oder Abteilung heute bereits durch KI unterstützt werden können? Der kostenlose Quickscan von ftetoai besteht aus zwölf Fragen, erfordert kein Konto und gibt eine Einschätzung des Anteils Ihrer Aufgaben, der bereits jetzt von KI übernommen werden kann. Der vollständige Workscan, der tiefer auf spezifische Prozesse wie die Sanktionsprüfung eingeht, befindet sich noch im Aufbau — den bieten wir also noch nicht an, melden ihn aber hier, sobald er verfügbar ist.

KIPPde assistent van de werkscan

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